Rollenspiele

Das Rollenspiel ist eine Methode, vorhandene Verhaltensweisen zu überprüfen und neue zu erproben. Alltagssituationen, Probleme oder Konflikte werden im Rollenspiel dargestellt oder vorausschauend bearbeitet. Das Nachempfinden der Realität befähigt die Schüler/Auszubildende, Vorgänge und Vorgehensweisen transparent zu machen und zu analysieren.

Rollenspiele sind durch drei Phasen gekennzeichnet
In der Vorbereitungsphase erfolgt:

  • Die Festlegung des Themas
  • Die Klärung und Verteilung der Rollen
  • Die Auswahl der Kriterien für die Beobachter.

In dieser Phase erhalten die Schüler/Auszubildenden eine Darstellung der Ausgangssituation. Hierzu eignet sich ein Arbeits- und Informationsblatt.

Die in Gruppen eingeteilte Klasse erhält Informationen über die jeweiligen Rollen. Hierzu werden Rollenkarten angefertigt oder ausgegeben und besprochen. In den Gruppen werden die Spieler ausgewählt, die die Rolle bei der Durchführung spielen werden. Die Beobachtungsgruppe erstellt bzw. erhält einen Beobachtungsbogen, mit dem die Einschätzung und Bewertung des Rollenspiels vorgenommen wird.

Für die Spielphase gilt:

  • Die Rollenträger sollen sich mit der Rolle identifizieren
  • Das Rollenspiel ist ohne Unterbrechung durchzuführen.

Rollenspiele verlangen durchaus schauspielerische Fähigkeiten. Die Spieler sollen sich einerseits an das vorgegebene bzw. entwickelte Rollenprofil halten, dabei aber dennoch frei und spontan spielen und versuchen, realistisch zu sein. Es hat sich als hilfreich und ergiebig erwiesen, wenn die Rollen durch Requisiten, wie Kleidung, Bauteile usw. Unterstützung finden.

Getrennt von den Spielern verfolgen die Beobachter das Rollenspiel. Sie haben sich während der Spielphase nicht einzumischen. Entsprechend ihrem Beobachtungsbogen machen Sie sich Notizen für die spätere Auswertung.

Wenn irgendwie möglich, sollte die Spielphase auf Video aufgenommen werden. Dieses kann in der Auswertungsphase wieder eingesetzt werden, um die Deutung von Situationen zu überprüfen. Das Video hat insbesondere die Funktion, dass die Spieler sich auch selbst betrachten können.

In der Auswertungsphase werden:

  • Die Rollen von den Spielenden wieder verlassen
  • Die Erkenntnisse und Erfahrungen des Rollenspiels grundsätzlich festgehalten.

Die Regeln für die Auswertungsphase sind derart, dass sich zunächst die Spieler selbst äußern. Angestrebt wird die Herstellung einer Distanz zur gespielten Rolle.

Danach werden die Beobachter aktiv und äußern sich zum Spielverlauf und den Eindrücken. Bei Unklarheiten wird durch Rückfragen an die Spieler überprüft, ob die Beobachtungen auch dem entsprechen, was vermittelt werden sollte. Der Beobachtungsgruppe kommt beim Rollenspiel eine wichtige Position zu.
Abschließend werden im Klassenverband die Erkenntnisse und Erfahrungen festgehalten und hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis eingeschätzt. Dazu erfolgt eine Generalisierung der Erkenntnisse aus dem Rollenspiel, z. B.:

  • Wer hat eine solche Situation bereits erlebt?
  • Wie ist diese Verhaltensweise zu beurteilen?
  • Würden wir uns in einer ähnlichen Situation anders verhalten?
  • Warum gibt es derartige Verhaltensweisen?
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