Gruppenarbeit und Präsentationen

Um kommunikative und kooperative Kompetenzen für die berufsbezogene Arbeit zu vermitteln, eignen sich besonders gut solche Methoden, mit denen Schüler lernen, Pläne zu vereinbaren, sich abzustimmen, aktiv zuzuhören, den Anderen ausreden zu lassen, Beiträge aufzugreifen etc.

Zur Veranschaulichung von Gruppenarbeit soll auf ein bereits vor Jahren implizierets Beispiel aus Reinlandpfalz verwiesen werden. Eine Schulklasse, die in Gruppen eingeteilt ist, bekommt den folgenden Auftrag:

„Welche Verluste treten beim Trafo auf und wie beeinflussen diese den Wirkungsgrad?“

Die Schüler werden zur Lösung der Aufgabe in fünf Gruppen eingeteilt. Für die Gruppenarbeit sind folgende Teilaufgaben vorgegeben: 

  • Sammelt mögliche Verlustquellen eines Trafos und listet diese auf!
  • Sucht Schaltungen, mit denen die Verlustquellen bestimmt werden können!
  • Findet eine Gleichung zur Bestimmung des Trafo-Wirkungsgrades und beschreibt diesen!
  • Wie habt Ihr Eure Arbeit in der Gruppe organisiert?

Als Hilfsmittel sind gegeben: Tabellenbuch, Fachbücher und Mathematikbuch.

Wesentlich ist, dass für die Gruppenmitglieder Rollen/Funktionen benannt und vergeben werden. Die Gruppenarbeit erfolgt nach Regeln und Absprachen. In jeder der fünf Gruppen wurden folgende Rollen bzw. Funktionen besetzt: 

  • Gruppensprecher
  • Protokollführer
  • Zeitnehmer
  • Zeichner
  • Präsentator.


Präsentationen

Präsentationen beruhen auf dem Grundgedanken, den Lernenden den Stoff nicht „mundgerecht“ vorzuformulieren, sondern sie diesen Stoff selbstständig - einzeln oder in Kleingruppen - erarbeiten und für den Rest der Lerngruppe verständlich und systematisch aufbereitet darstellen zu lassen.
Präsentationen dienen nicht nur der Aktivierung der Lernenden im Unterricht, sondern schulen auch:

  • das Erfassen einer Aufgabe
  • ihr Wiedererkennen in diffusen Stoffbergen
  • die Unterscheidung des Wesentlichen von Unwesentlichem
  • den Umgang mit vielfältigen und ungefilterten Informationen
  • das gedankliche Durchdringen eines komplexen Stoffes
  • die Aufbereitung von Informationen
  • das verständliche Darstellen komplizierter Sachverhalte
  • das Sich-Hineinversetzen in einen fremden Zuhörer
  • die Fähigkeit des Erklärens und Verbalisierens
  • den Umgang mit Visualisierungstechniken
  • das eigene Auftreten vor Publikum
  • bei kooperativ durchgeführten Präsentationen auch die Fähigkeit der arbeitsteiligen Zusammenarbeit.

Präsentation als Teil der Gruppenarbeit

Die Präsentation von Ergebnissen aus der Gruppenarbeit bedingt bestimmte Arbeitsschritte: Vor Beginn der Gruppenarbeit sind die Aufgaben innerhalb der Gruppe eindeutig festzulegen (wer protokolliert, wer leitet das Gespräch, wer erstellt Zeichnungen, Skizzen, Fotos, wer trägt Ergebnisse vor usw.). Mögliche Darstellungsmittel können sein:

  • Umdrucke, Folien
  • Stelltafeln, Wandzeitung, Wandtafel
  • Tonbandaufzeichnungen (z. B. Experteninterview)
  • Videoaufnahmen und PowerPoint-Folien

Die wesentlichen Aufgaben des Lehrers bestehen im Bereitstellen der Arbeitsmittel, der Unterstützung bei Problemen, der Formulierung und Darstellung von technischen, arbeitsorganisatorischen und anderen Sachverhalten, der Anregung zur Weiterarbeit (Orientierungsrahmen), der Hilfestellung beim Vergleich der Aufgabenstellung und der erreichten Ziele sowie in der Koordination der Gruppenarbeitsprozesse und der Darstellung der Ergebnisse.

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