Aktuelles

26.11.2019

Trendwende bei der Meisterpflicht

Anfang Oktober hat die Bundesregierung die Wiedereinführung der Meisterpflicht für weitere Handwerksberufe beschlossen. Das bedeutet eine Trendwende zu 2004, als der Meisterzwang für 53 Handwerke aufgehoben wurde. Mit der Meisterpflicht ist eine Regelung gemeint, die es Handwerkmeistern und Gleichgestellten erlaubt, handwerkliche Betriebe zu führen. Für die Festsetzung der Meisterpflicht sind u.a. wesentliche Tätigkeiten entscheidend, die im Handwerk anfallen und bestimmt werden müssen. Wenn wesentliche Tätigkeiten bestätigt sind, können diese in Meisterbetrieben zur Ausführung kommen. Vor diesem Hintergrund ist die erweiterte Meisterpflicht ein wichtiges Signal zugunsten von Qualität, Qualifizierung und Verbraucherschutz.

In 2004 war für SHK die Meisterpflicht erhalten geblieben, da wesentliche Tätigkeiten bescheinigt wurde. Betrachtet man z.B. in der Folge der zunehmenden Digitalisierung die technischen Vernetzungen im Handwerk, dann wird schnell deutlich, dass heute und zukünftig noch mehr eine erfolgreiche handwerkliche Praxis grundsätzlich Theorie begründet sein muß. Dem zu entsprechen, ist ein wichtiger Grundsatz der Meisterausbildung. Positiv ist daher die Wirkung der Meisterpflicht auf die Meisterausbildung als Alternative zur vielfach favorisierten akademischen Laufbahn mit den Stationen Abitur – Hochschule – Akademiker. Im Sinne des anerkannten dualen Systems, das in Betrieben, überbetrieblichen Einrichtungen und Berufsschulen seine Umsetzung findet, ist die Wiedereinführung der Meisterpflicht bei weiteren Handwerksberufen eine Chance zur Profilierung eines alternativen Ausbildungsgangs. Die SHK-Branche kann dazu beitragen.